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Seniorenkredit

Seniorenkredit: Geld leihen ab 50, in Rente oder Pension

Ratenkredit, Autofinanzierung, Leasing oder Immobilienkredit: Wir zeigen, wie Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz Kunden ab 50 prüfen und welche Wege zum Ziel führen.

Drei Generationen am Esstisch, die Großeltern besprechen mit der Tochter Unterlagen für eine Finanzierung

Wer über fünfzig ist, hört bei der Bank manchmal Sätze, die nach Absage klingen: „In Ihrem Alter wird das schwierig.“ Dabei ist Kreditvergabe an ältere Menschen in allen drei deutschsprachigen Ländern alltäglich. Berufstätige zwischen 50 und 65 haben oft ihr höchstes Einkommen, Rentnerinnen und Pensionisten beziehen ein Einkommen, das nicht gekündigt werden kann, und viele besitzen eine Immobilie oder Ersparnisse, die als Sicherheit dienen. Was sich mit dem Alter ändert, ist die Art, wie Banken rechnen – nicht die grundsätzliche Bereitschaft, Geld zu verleihen.

creditpoursenior.com ist ein unabhängiger Ratgeber, der aus Frankreich heraus betrieben wird und ursprünglich für den französischen Markt entstanden ist. Herausgeber ist Nabil Frik, ein ehemaliger Bankmanager mit langjähriger Erfahrung im internationalen Bankgeschäft. Neben den französischen Seiten gibt es Ratgeber in vielen Sprachen; auf Deutsch behandeln wir Deutschland, Österreich und die Schweiz, jeweils mit den örtlichen Gesetzen, Auskunfteien, Banken und Beratungsstellen. Wir vermitteln selbst keine Kredite.

Wie Banken Kreditanträge ab 50 beurteilen

In allen drei Ländern muss die Bank vor jedem Verbraucherkredit Ihre Kreditwürdigkeit prüfen. Sie will wissen, ob die Rate über die gesamte Laufzeit aus Ihrem Einkommen bezahlt werden kann. Bei Jüngeren reicht dafür meist die Gehaltsabrechnung. Ab etwa 55 rückt eine zweite Frage in den Vordergrund: Mit welchem Einkommen werden die Raten nach dem Wechsel in den Ruhestand bezahlt, und was geschieht mit der Restschuld, wenn der Kreditnehmer stirbt?

Daraus ergeben sich drei Stellschrauben, die Sie selbst beeinflussen können. Die Laufzeit sollte zum Alter passen, denn viele Banken haben ein Höchstalter bei Kreditende, das oft zwischen 70 und 80 Jahren liegt. Das Einkommen nach dem Ruhestand sollte belegt sein, etwa mit der Renteninformation, dem Pensionskonto oder dem AHV-Auszug. Und Sicherheiten wie ein Sparguthaben, ein zweiter Kreditnehmer oder eine Immobilie verringern das Risiko der Bank spürbar.

Auskunfteien und Register in den drei Ländern

In Deutschland fragen Banken vor allem bei der SCHUFA an, deren Datenkopie Sie kostenlos anfordern können. In Österreich führt der KSV1870 die Kleinkreditevidenz und die Warnliste der Banken. In der Schweiz melden Kreditgeber Konsumkredite und Leasingverträge an die Informationsstelle für Konsumkredit, zusätzlich gibt es die ZEK. Ein Blick in die eigenen Daten vor dem Antrag ist in jedem Land sinnvoll, denn alte, längst erledigte Einträge oder Verwechslungen kommen häufiger vor, als man denkt.

Zinsen, Grenzen und Verbraucherschutz

Deutschland kennt keinen gesetzlichen Höchstzins; extrem überhöhte Zinsen gelten nach der Rechtsprechung als sittenwidrig. Auch Österreich setzt auf das allgemeine Wucherverbot statt einer festen Grenze. Die Schweiz dagegen hat im Konsumkreditgesetz einen Höchstzinssatz, den der Bundesrat festlegt. In allen drei Ländern haben Sie nach Vertragsabschluss 14 Tage Zeit, um ohne Begründung vom Kreditvertrag zurückzutreten oder ihn zu widerrufen. Zuständig für die Aufsicht sind die BaFin in Deutschland, die FMA in Österreich und die FINMA in der Schweiz.

Die Rolle der Versicherungen

Banken bieten Älteren gern eine Restschuldversicherung an. Sie ist beim gewöhnlichen Ratenkredit freiwillig und für Rentner höchstens als Todesfallschutz sinnvoll. Viele Tarife haben Altersgrenzen, und die Prämie verteuert den Kredit erheblich. Rechnen Sie immer beide Varianten durch.

Unsere Länderratgeber im Überblick

Für jedes der drei Länder haben wir fünf Ratgeber geschrieben, die sich an unterschiedliche Lebenslagen richten:

ThemaDeutschlandÖsterreichSchweiz
AufsichtBaFinFMAFINMA
KreditgesetzBGB, VerbraucherdarlehenVerbraucherkreditgesetz, HIKrGKonsumkreditgesetz
Auskunftei, RegisterSCHUFAKSV1870IKO und ZEK
Zinsgrenzekeine feste, Sittenwidrigkeitkeine feste, Wucherverbotgesetzlicher Höchstzins
Ruhestandseinkommengesetzliche Rente, BetriebsrentePension, 14-mal jährlichAHV und Pensionskasse

Rechenbeispiel: warum die Laufzeit so viel ausmacht

Nehmen wir eine Kundin mit 63 Jahren, die 10.000 Euro für eine Renovierung braucht. Bei einem angenommenen effektiven Jahreszins von 6,9 % zahlt sie über 48 Monate rund 238 Euro im Monat und insgesamt etwa 1.430 Euro Zinsen; der Kredit endet mit 67. Über 72 Monate sinkt die Rate auf rund 169 Euro, die Zinsen steigen auf etwa 2.170 Euro. Über 96 Monate wären es nur noch rund 135 Euro Rate, aber etwa 2.940 Euro Zinsen und ein Kreditende mit 71 – bei manchen Direktbanken bereits nahe an der Altersgrenze. Die kürzere Laufzeit ist also nicht nur billiger, sondern erhöht auch die Chance auf eine Zusage.

Gründe, an denen Anträge oft scheitern

So bereiten Sie Ihren Antrag vor
  1. Den tatsächlichen Bedarf ermitteln und nach Zuschüssen oder Förderungen fragen.
  2. Die eigenen Daten bei der zuständigen Auskunftei prüfen.
  3. Nachweise über Gehalt, Rente oder Pension und künftige Ansprüche sammeln.
  4. Eine Laufzeit wählen, die zum Alter und zur geplanten Nutzung passt.
  5. Mindestens zwei Angebote vergleichen, darunter die eigene Hausbank.
  6. Zusatzversicherungen getrennt bewerten und den Vertrag in Ruhe lesen.

Lösungen, wenn die Bank zögert

Ein zweiter Kreditnehmer mit eigenem Einkommen, oft der Ehepartner oder ein erwachsenes Kind, ist der wirksamste Hebel. Wer Ersparnisse hat, kann sie verpfänden, statt sie aufzulösen. Eigentümer finanzieren Umbauten günstiger über eine Grundschuld oder Hypothek. Für Hilfsmittel und barrierefreies Wohnen gibt es Zuschüsse von Pflegekassen, Sozialversicherungen und Ländern, die den Kreditbedarf senken. Bei kurzfristigem Geldbedarf ist ein Pfandkredit eine Möglichkeit ohne Bonitätsprüfung. Und wenn die Schulden bereits über den Kopf wachsen, sind die kostenlosen Schuldnerberatungen – in Deutschland bei Verbraucherzentralen und Wohlfahrtsverbänden, in Österreich die staatlich anerkannten Schuldenberatungen, in der Schweiz die Fachstellen von Schuldenberatung Schweiz – die richtige erste Adresse.

Seien Sie skeptisch bei Angeboten, die einen „Kredit ohne Prüfung“ versprechen, Gebühren im Voraus verlangen oder an der Haustür und am Telefon Druck machen. Seriöse Banken und Vermittler kassieren vor der Auszahlung kein Geld.

Und Frankreich?

Wer in Frankreich lebt oder dort eine Ferienimmobilie besitzt, findet auf unseren französischsprachigen Seiten ausführliche Informationen zu crédit senior, Darlehensversicherung und den Besonderheiten des französischen Markts. Viele Grundsätze gelten dort ebenso: realistische Laufzeit, belegtes Ruhestandseinkommen und ein Vergleich mehrerer Angebote.

Häufige Fragen zum Kredit im Alter

Gibt es in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ein gesetzliches Höchstalter für Kredite? Nein. Altersgrenzen legen die Banken selbst fest, deshalb unterscheiden sich die Angebote stark und ein Vergleich lohnt sich.

Ist es besser, Ersparnisse zu nutzen statt einen Kredit aufzunehmen? Wenn nach dem Kauf noch eine ausreichende Notreserve bleibt, ist der Barkauf meist günstiger. Ein Kredit schont dagegen die Reserve für Gesundheit und Pflege.

Was passiert mit einem Kredit, wenn ich sterbe? Die Restschuld geht auf die Erben über, die das Erbe aber ausschlagen können. Eine Todesfallabsicherung oder Rücklagen schützen die Familie.

Kann ich als Deutscher in Österreich oder als Österreicher in Deutschland einen Kredit bekommen? Banken vergeben Kredite meist nur an Personen mit Wohnsitz im eigenen Land. Wer umzieht, sollte die Finanzierung im neuen Wohnsitzland planen.

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